Millionen denken so wie ich.

„Ich wollt schon immer aus Hamburg wegziehen. Mach ich aber nicht.“ Denn am 20. Oktober 2007 haben die Elektroboys mit großer Begeisterung ihr Album „Millionen denken so wie ich“ veröffentlicht. Die zwölf Lieder sind Punk und Rock – schnelle Gitarre, schnelles Schlagzeug, schneller Baß. Darüber hinaus wurde alles mit großer Sorgfalt mit Rückkopplungen versehen. Für Gitarrensoli und Schlagzeugwirbel war wie immer keine Zeit.

Deutsche Texte und schneller Gesang — Leo Dülfer, Paulo de Janeiro und Ralf Dülfer sind immer zielstrebig und hochkonzentriert. Sie singen über Tränengas, Freundschaft, Hamburg und Köln, Alkoholvergiftung, Erfolgskonzepte, einen guten Hund, Auto-Aggression, Karriere, Stadtureinwohner, Wasserwerfer und Langläufer, Höflichkeit sowie Sozialverweigerung.

  1. Ich mach alles kaputt.
  2. Alles kannst du von mir haben, du mußt nur bitte sagen.
  3. Glaub mir. Es ist soweit. Wir fordern Anerkennung als eine Minderheit.
  4. Ich wollt schon immer aus Hamburg wegziehen. Mach ich aber nicht.
  5. Ich muß hier raus. Geschminkt seh ich noch viel besser aus.
  6. Ich krach in dich, denn jetzt ist es zu spät. Für einen Ausweg ist es jetzt zu spät.
  7. Mein guter Hund, was ist los mit dir?
  8. Ich interessier mich nur für den korrekten Sitz meiner Frisur.
  9. Sonntag. Für mich der schönste Tag seit Wochen.
  10. Ich lach dich an. Du bist interessant.
  11. Keiner von uns, der am Boden war, wird wieder unten sein. Keinem von uns wird die Luft ausgehen. Bei uns ist keiner allein.
  12. Ich leg das Tränengas wieder weg.

Beurteilungen

Folgende Meinungen wurden von verschiedenene Leuten über „Millionen denken so wie ich“ geäußert:

"Ich wollt schon immer aus Hamburg wegziehen. Mach ich aber nicht." heißt hier ein Song. Und überhaupt riecht "Millionen denken so wie ich" meilenweit nach der Hansestadt, die ja seit Ewigkeiten ein Nest für anspruchsvollen, auf dem schmalen Grat zwischen Kopflastigkeit und Arschtritt balancierenden Punkrock ist. Dass die ELEKTROBOYS nichtsdestotrotz aus dem behüteten Schwalmstadt stammen, passt zu dem verschmitzten Grinsen, das über die gesamte Albumdistanz aus den Speakern lümmelt. Die CD platzt vor feingeistig-ironischer (nicht klugscheißender!) Lyrik, wunderbaren, melancholischen Melodien und einem schrammelrockenden, aber durchdachten Instrumental-Fundament. Man kann den ELEKTROBOYS ganz vorsichtig ein Verschmelzen der Agitprop-Schnodderigkeit von Ton Steine Scherben, der rockigen Abgehangenheit der Beatsteaks und der hintergründigen Smartness von Farin Urlaub attestieren. Das Kunststück des Trios ist jedoch, mit dem Ergebnis auch noch die Zielgruppen sämtlicher Querverweise zu erreichen, ohne im Mindesten berechnend zu wirken. Großartig!

Jan Jaedike, Rock Hard, September 2008

Sag nein: zu Pseudopunk und Emo-Gejammer! Sag ja: zu RAMONES und Schrammelgroove! Sag nein: zu politischer Korrektheit um der Korrektheit willen! Sag ja: zu Protestsongs, die sich anfühlen wie Protest! Sag nein: zu Leuten, die reden, wenn sie nichts zu sagen haben! Sag ja: zu den ELEKTROBOYS aus Hamburg, die verstanden haben, was Punk wirklich bedeutet!

Michael Heissmann, besonic.net über „Ich mach alles kaputt.“

Leo Dülfer, Paulo de Janeiro und Ralf Dülfer präsentieren mit ihren 12 neuen Songs besten Punkrock — minimalistisch und catchy. Meist schnelle, mal langsame Instrumentierung und eingängige Melodien schaffen ca. 33 abwechslungsreiche Minuten. Mit Texten von Spaß über Sozialkritik bis hin zu Philosophie bedienen die 3 erfahrenen Musiker viele geneigte Zuhörer. [...] Wer sich an Bands wie Ton Steine Scherben, den Beatsteaks und den Ärzten erfreuen kann und die Texte der englischsprachigen Pendants nicht so gut verstehen kann, denen sei die beschwingte Attitüde der Elektroboys ans Herz gelegt. Die genannten deutschen Bands würden sicherlich keinen Fehler machen, die Elektroboys als Support mit auf Tour zu nehmen.

dosenmusik.de

CD der Woche vom 2. bis 9. Dezember 2007 bei rockradio.de

Ja genau: Millionen denken so wie ich. Der sehr ironisch klingende Albumtitel und das edle Design des Digi-Paks versprechen erstmal einiges an gut gemachten Punk-Rock mit Anspruch. Zum Glück steckt der auch drin. 12 Songs mit den textlichen Gedanken von dir und mir und dem Thekennachbarn. Die Lyrics kommen geradeaus für jeden gleich zu kapieren, ohne um den berühmten heißen Brei zu labern. Trotzdem erscheinen sie nicht platt oder stumpf. Da versteht es jemand sehr gut auf den Punkt zu kommen, um seinem Ärger Luft zu machen. Musikalisch gehts gut dagegen mit einer Mixtur aus Punk'n Roll die einen von Anfang an mitnimmt zum Wohnzimmer zerlegen oder ähnliches. Wer auf handgemachte Abgehmucke in Heimatsprache steht, sollte auf jeden Fall mal die ELEKTROBOYS antesten.

Punk'n Roll Radioshow

Vor ziemlich genau zwei Jahren stießen die ELEKTROBOYS in mein Leben. Ihr Debüt "2005" verwirrte mich zunächst, sollte dieser Schrammelpop ernst gemeint sein? Bald schon war mir diese Frage egal, denn ich fand Gefallen an den kleinen Hits und dem verschrobenen Humor der ELEKTROBOYS. Mit "Millionen denken so wie ich" setzt nun das Trio aus Schwalmbach seinen Weg fort. Die Produktion wurde verbessert, der Spürsinn für schöne Slogans verfeinert. Die ELEKTROBOYS machen, was sie wollen, und sind dabei frischer als die längst in hoffnungsloser Betroffenheit versunkenen, deutschsprachigen Vorzeigebands aus Hamburg oder sonst wo. Die Zeiten haben sich geändert: Wo andere schon die "Kapitulation" besingen, geben sich die ELEKTROBOYS vital: Titel wie "Sonntag. Für mich der schönste Tag seit Wochen" oder "Ich mach alles kaputt" zeigen, dass der Geist von Punkrock noch lange nicht verdorrt ist. Die ELEKTROBOYS hätten ein großes Publikum verdient.

Arne Koepke, Ox-Fanzine

Man darf sie getrost als bestangezogenste Band der Region betiteln: Die Elektroboys aus Schwalmstadt. Trotz englischem Teil in ihrem Bandnamen, sehen sie sich als Verfechter der deutschen Sprache: Sie singen deutschen Punkrock. Zwölf neue Songs, sehr roh, viel mehr Punk als beim Vorgänger „2005“. [...] Bei allem Punkgefühl, der Sinn für eingängige Texte und hitverdächtige Indie-Hymnen ist ihnen nicht abhanden gekommen. „Glaub mir. Es ist soweit. Wir fordern Anerkennung als eine Minderheit.“ oder „Ich wollt schon immer aus Hamburg wegziehen. Mach ich aber nicht.“ sind so welche. Wer textlich nicht das alltägliche oder vielleicht gerade das sucht, findet es hier.

Heiko Schwalm, Wildwechsel

„Ich leb die ganze Palette. Gute Laune und Caffé Latte.“ — Die Elektroboys aus Hamburg schicken sich an, den Punkrock zu retten. „Ich lach dich an. Du bist interessant.“ ist einer von 2 Promotracks ihres aktuellen Longplayers „Millionen denken so wie ich“ — ein netter, kleiner Uplifter, ausgestattet mit einem zwingenden Drive irgendwo zwischen den TOTEN HOSEN und den späten RAMONES. Erfrischend fallen dabei sofort die Lyrics auf, die sich deutlich an der Verschrobenheit deutscher NDW-Tradition der 80s orientieren. Erstaunlich, dass sie dabei durch und durch frisch klingen — weit und breit keine Aufgesetztheit und kein Retro-Muff. Unbedingt auschecken!

Michael Heissmann, besonic.net über „Ich lach dich an. Du bist interessant.“

Berlin.

Eine schöne aktuelle CD.

2005

Eine schöne CD aus dem Jahr 2005.

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