Berlin.

Sie gelten als die bestangezogene Punkrockband. Ihre Liveauftritte haben stets einen außergewöhnlichen Unterhaltungswert. Am 27. Februar 2010 haben die Elektroboys ihr neues Album “Berlin.” veröffentlicht.

Die 13 Songs auf ihrer nunmehr vierten CD bringen die Marke Elektroboys mehr denn je auf den Punkt: schnelle Gitarre, schnelles Schlagzeug, schneller Bass und mitreißende Punkrockhymnen, die zum Wohnzimmerzerlegen einladen. In ihren deutschen Texten singen Leo Dülfer, Paulo de Janeiro und Ralf Dülfer unter anderem über neue Küchen mit guten Töpfen, die Lust auf Italien, das Berliner Getränk Benzin, die Frau des Metzgers, den unverantwortlichen Umgang mit privaten Informationen im Friseursalon und die Scham vor der wahren Identität der eigenen Eltern. “Donnerstag: Zugriff. Unfair. Es ist noch nicht mal Wochenende”, “Es gibt doch wirklich keinen Grund, den Humor zu wechseln” oder “An Gott eine SMS. Gib mir Revolution. Denn alle reden viel und jeder will was tun“ – die Songtitel der Elektroboys ergeben in ihrer Gesamtwortanzahl nach alter Tradition ein halbes Buch.

Die Elektroboys präsentieren einhergehend mit der Veröffentlichung des neuen Albums ihre neue Musik im Frühjahr und Sommer 2010 in den Liveclubs, auf Festivals und bei Radiosendern unseres Landes.

Die drei freundlich-aggressiven Darsteller stellen klar: Sie kommen nicht aus Berlin. Sie waren nicht an der Maueröffnung beteiligt. Sie tragen trotzdem ihr Herz auf der Zunge. Und sie geben trotzdem alles, um gehört und gesehen zu werden.

  1. Donnerstag: Zugriff. Unfair. Es ist noch nicht mal Wochenende.
  2. Ich mach mich zu, doch du kuckst mir rein.
  3. An Gott eine SMS. Gib mir Revolution. Denn alle reden viel und jeder will was tun.
  4. Spanien muß sterben, damit wir leben können.
  5. Es gibt doch wirklich keinen Grund, den Humor zu wechseln.
  6. Du schneidest mir die Spitzen. Ich mach mir Notizen. Und eine Skizze.
  7. Ich will mir noch was nach Hause ziehen.
  8. Ich habe hundert bestellt.
  9. Ich geh morgen vielleicht nach Italien.
  10. Einheit.
  11. Ich faß mich kurz von Anfang an.
  12. Meine Mutter war ein Mann. Und mein Vater war ein Punk.
  13. Ehre.

Beurteilungen

Folgendes wurde über „Berlin“ geäußert:

Genug gelabert. Schluss mit Floskeln, Parolen und leeren Versprechungen. „Wenn man heute noch was ändern will, muss man auch mal richtig Ehrgeiz zeigen!“ Krieg, keinen Frieden. Für die drei Elektroboys soll heute Spanien verrecken, morgen geht's dann vielleicht nach Italien, die Schulfreunde fahren am Wochenende zum Einmarsch nach Polen. Das ist bitter, das ist Gedankenflut, das ist Agitation. Monoton und düster hämmert das rhetorische Mittel und wirkt wie ein Limerick, das die Realität scherzhaft ins Absurde zieht. „Ich glaub ich werd' mal König oder gar nichts.“ Träume sind erlaubt, das böse Erwachen zieht den neuerlichen Albtraum nach Hause. „Berlin“ ist die hohe Schule der Sprache. Die Lieder zeichnen sich durch hintergründigen, schwarzen Humor und kompromisslose Kritik an Gesellschaft und Politik aus. Mal beschwören sie so die „Angstnatur“, schicken Gott eine SMS, sind feinfühlig und boshaft. Das Leben ist ein Widerspruch, ELEKTROBOYS die Essenz des Spiels mit der kreativen Neugestaltung der Gegenkunst.

Fred Spenner, Underdog Fanzine, Januar 2010

Die 3 Herren in sauberen, schwarzen Anzügen und Krawatten machen rein optisch so gar nicht den Eindruck als hätten sie irgendetwas mit Punk zu tun. Der Name ELEKTROBOYS führt ebenfalls in die Irre, denn abgefahrene Elektro-Sounds sucht man hier vergebens. Man sollte sich also nicht von Oberflächlichkeiten verleiten lassen. Die ELEKTROBOYS mischen durchdachten, intelligenten, deutschsprachigen Punk a la DACKELBLUT mit individuellen, simplen, Mainstream-tauglichen Indie-Klängen im Stil von BLUMFELD und KETTCAR. Man ergibt sich keinen Klischees, geht seinen ganz eigenen Weg und erschafft Lieder mit Substanz und Charakter. Dabei sind sie wunderbar simpel, minimalistisch und kein Stück aufgeblasen. Die ELEKTROBOYS hätten auch super in die Landschaft Ende der 70er/Anfang der 80er gepasst, als Bands noch an einem innovativem Sound bastelten, künstlerische Experimentierfreude besaßen und dennoch dem Minimalismus huldigten. 13 Songs mit oft erstaunlich langen Titeln im Digipack

Plastic Bomb, Januar 2010

„Ich mach mich zu, doch du kuckst mir rein.“, „Es gibt doch wirklich keinen Grund den Humor zu wechseln.“ oder „Meine Mutter war ein Mann. Und mein Vater war ein Punk.“ sind die absurden Songtitel des Anzüge tragenden Trios, dessen Texte ähnlich absurd sind. Man liest, versteht, stutzt, wundert sich, lacht, ist wundervoll amüsiert über verdrehte Sätze wie „Meine Schulfreunde fahren am Wochenende zum Einmarsch nach Polen.“, „Gott hat mir gehauen mein Cape vom Kopf.“ oder „Wenn man heute noch was ändern will, muss man auch mal richtig Ehrgeiz zeigen.“ klingen wie eine Collage aus Talkshow-Sätzen, haben absolut das Zeug, mit der Lyrik eines Jens Rachut oder Schorsch Kamerun mitzuhalten und sind von pseudowitzigen Schenkelklopfern denkbar weit entfernt. Das ist Kunst, das ist gut, und gut ist auch die Musik, denn Rumpelpunk überlassen die ELEKTROBOYS anderen, spielen stattdessen melancholischen, amerikanisch geprägten Gitarrenrock jenseits des grausigen Bedeutungsgeklampfes von Hans Hartz-Adepten à la JUPITER JONES und Banal-Pops von KETTCAR. Musikalisch sind da wohl neben US-Heroen (ich meine neben SEBADOH sogar WIPERS heraushören zu können) auch DACKELBLUT und Co. einflussausübend gewesen, und dagegen ist rein gar nichts einzuwenden. Und SLIME sind auch verewigt, im verstörend betitelten „Spanien muss sterben, damit wir leben können.“, wobei ich nicht weiß, womit sich Spanien dieses Verdikt verdient hat.

Joachim Hiller, Ox Fanzine, Januar 2010

ELEKTROBOYS aus Schwalmstadt (nein, eben nicht aus Berlin) spielen absolut ehrlichen Punkrock. Das machen sie so ehrlich, dass sie alles live einspielen und kein bisschen dabei tricksen. Ein Schlagzeug, ein Bass, eine Gitarre, dazu Gesang! Fertig. Mehr braucht es auch nicht, um ‚Berlin’ hitverdächtig werden zu lassen. ELEKTROBOYS verzichten auf Gitarrensoli und schmückendes Beiwerk wie Schlagzeugwirbel, stattdessen kennen sie scheinbar nur zwei Stile: gemächlich nach vorne oder schnell nach vorne!

splitted.de, Februar 2010

"Ich geh morgen vielleicht nach Italien" ist Lebensgefühl, welches über Generationen gewachsen ist, wie "Meine Mutter war ein Mann. Und mein Vater war ein Punk" beweist. Hier geht es um "Einheit" und "Ehre" und daran, wie man möglichst viel Aufsehen mit Worten erregt. Sicherlich sind die ELEKTROBOYS kein Fall für den Index, aber ihre Art Missstände anzuprangern ist mehr als direkt. Da sieht man imaginäre Ziegelsteine fliegen.

Markus Söllner, Terrorverlag, Februar 2010

CD-Tipp beim Vierten Akkord

Das neuste Werk des Trios wartet wieder einmal mit den wohl längsten Songtiteln der Welt auf und man hat das Gefühl, dass das Songwriting nochmal eine Spur besser geworden ist. Und so bleiben Songs wie „Spanien...“ oder „Du schneidest...“ bereits nach dem ersten Hören im Ohr hängen. Die außergewöhnlichen deutschen Texte und die ungewohnte musikalische Mixtur aus SHOCKS und DACKELBLUT machen die ELEKTROBOYS zu einer eigenständigen Band, die den Spagat über weit auseinander liegende Schubladen gekonnt meistert.

Useless Fanzine, Januar 2010

Klingt echt etwas wie Kreuzberg 1987, es handelt sich aber um Schwalmstadt 2010. Statt des gemeinen Wortes „Retro“ sind andere Beschreibungen angebracht: kein Aufguss, sondern echt würzig: Rhythmen, Stimmlage, Instrumentierung, Texte, alles schweinekonsequent, ironievoll, saftiger Punk.

Frizz, Februar 2010.

Millionen denken so wie ich.

Eine schöne CD aus dem Jahr 2007.

2005

Eine schöne CD aus dem Jahr 2005.

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